DL2EDF Vortrag über JT65-HF

Jörg Rogge DL2EDF

ein kurzer Vortrag über JT65-HF

vom 08.02.2013


JT65­HF „weak-­signal high frequency digital mode“


JT65 basiert auf dem Programm WSJT das Joe Taylor K1JT 2001 für den Amateurfunk entwickelt hat. Ursprünglich für High Speed Meteor Scatter und EME Anwendungen gedacht gibt es WSJT heute in vielen Variationen mit bis zu 16 unterschiedlichen Modi und für unterschiedliche Anwendungen.

JT65-HF ist, wie der Name schon zeigt, die Version welche maßgeblich auf den Kurzwellenbändern zur Anwendung kommt. Treiber und Entwickler der HF Version ist W6CQZ. JT65-HF ist eine MFSK Modulation mit 65 unterschiedlichen Tönen und Fehlerkorrektur. Die aktuelle Version ist 1.0.9.3 und für unterschiedliche Windows, Linux und sogar Mac OSX Betriebssysteme verfügbar.

Die moderne DSP Technologie macht es möglich mit diesem Programm noch ein QSO zu machen, wenn das Nutzsignal weit im Rauschen liegt. Man liest von Grenzen die um -26dB unterhalb des Rauschteppichs noch QSO`s gebracht haben. Damit ist die Betriebsart geradezu dafür prädestiniert mit einfachen Mitteln, also kleiner Leistung und beschränkten Antennenmöglichkeiten weltweiten Funkverkehr zu ermöglichen. Das bedeutet aber auch, dass sich Jeder in der Leistung einschränkt. Allgemein wird mit max. 5-10 Watt Ausgangsleistung gearbeitet. 20-30 Watt gelten schon als QRO und würde dazu führen, dass ggfs. leise Signale verdeckt werden.

Wichtig für den Betrieb ist eine exakte Frequenzeinstellung (es wird auf einem festen Kanal je Band gearbeitet), sowie eine genau gehende PC-Uhr. Beides ist wichtig, da ein QSO nach einem festen Schema abläuft. Die Sendephase beträgt dabei jeweils 47 Sekunden (bedeutet auch für den Sender 47 Sek. Key Down Power!!!). Die verbleibenden 13 Sekunden werden für Entscheidungen zum QSO Verlauf benötigt. Übertragen werden festgelegte Informationen, wobei eine Nachricht v. 13 Zeichen auch frei gewählt werden kann. Die Durchgänge werden i.R. so lange wiederholt, bis alle Informationen einwandfrei ausgetauscht sind. Min. Zeit für ein QSO liegt bei 5-6 Minuten, also kein five nine Kontakt J. CQ Anrufe sind grün hinterlegt und laufende QSO`s sind jeweils rot hinterlegt (da kann man nicht viel falsch machen).

Ein QSO läuft wie folgt ab (ich rufe CQ):

CQ DL2EDF JO31 (ich rufe CQ)

DL2EDF AB1XYZ FN31 (AB1XYZ antwortet mit seinem QTH Locator)

AB1XYZ DL2EDF -12 (ich antworte ihm mit -12 für die Signalstärke)

DL2EDF AB1XYZ R-10 (AB1XYZ antwortet mir mit R für ok und meiner Signalstärke)

AB1XYZ DL2EDF RRR (habe alles verstanden)

DL2EDF AB1YXZ 73 (Verabschiedung USA)

AB1XYZ DL2EDF 73 (Verabschiedung DL)

Ein QSO läuft wie folgt ab (ich antworte auf CQ):

CQ AB1XYZ FN31 (CQ aus den USA)

AB1XYZ DL2EDF JO31 (ich antworte auf CQ mit meinem Locator)

DL2EDF AB1XYZ -12 (USA bestätigt mir -12db Signalstärke)

AB1XYZ DL2EDF R-10 (ich gebe R für verstanden und -10 für seine Signalstärke)

DL2EDF AB1XYZ RRR (3x R = USA hat alles verstanden)

AB1XYZ DL2EDF 73 (Verabschiedung)

DL2EDF AB1XYZ 73 (Verabschiedung)

Häufig wird bei guten Signalstärken auf das „RRR“ verzichtet und nach dem Signalrapport das 73 gesendet. Alte Hasen in der Betriebsart, wählen statt der Standard 73 Meldung, normalerweise eine selber generierte Meldung. Zum Beispiel: 5W 7M LW 73 für 5 Watt Leistung, 7m Langdraht und die 73 für den Abschied. In dem Fall einer selber generierten Meldung, ist das QSO nicht mehr rot hinterlegt. Man erkennt aber seinen QSO Partner an der Differenz in Hz zur eingestellten Frequenz.

JT65-HF wird auf folgenden Kurzwellenkanälen (Einstellung USB >>immer<<) gearbeitet:

1.838kHz, 3.576kHz, 7.076kHz (nicht Bandplankonform in IARU1, aber nur hier wird gearbeitet), 10.139kHz, 14.076kHz, 18.102kHz, 21.076kHz, 24.917kHz, 28.076kHz.

Wer live sehen möchte wo seine Signale gehört werden, kann dies unter PSKR einsehen: http://pskreporter.info/pskmap.html


Sceenshot JT65-HF



JT65-HF Download: http://sourceforge.net/projects/jt65-hf/

73 de Joerg DL2EDF



von links: Uli DF4JG, Jörg DL2EDF, Gerd DL2SB/OH5SB


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